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10. Juli 2011: Aus aktuellem Anlass (Google+) musste ich meine Fotoalben kurzfristig für die Öffentlichkeit vom Netz nehmen. In Kürze folgt eine Alternative. Wer dennoch sehr an den Bildern interessiert ist, kann sich diese
auf dieser Seite recht unkomfortabel
anschauen.




Willkommen auf meinem Reise-Blog.
Von August 2010 bis Juni 2011 befande ich mich für mehrere Monate auf einem Ost-Asien Trip, bei dem mein erster Stopp Indien war. Erst verbrachte ich 3 Monate am örtlichen MIT und arbeitete am Institute for Computer Science and Engineering.
Nach einem ereignissreichen Urlaub mit Florian und Reiner und einer gleichzeitigen Umzugsreise von Südindien über Thailand und Kambodscha habe ich mich über Malaysia Richtung Singapur begeben.
Hier studierte ich nun seit dem 21.1. an der dortigen NTU für ein Semester. Bevor es nach einer kleinen Abschlussreise durch Myanmar wieder nach Deutschland ging.
Von Zeit zu Zeit hatte ich hier kurze Nachrichten veröffentlicht. Die eigentliche Dokumentation meines Trips findet ihr jedoch hier in Form eines Bilderblogs:

www.currytrip.de/gallery


Dort habt ihr auch die Möglichkeit meine Fotos zu kommentieren.





12. Juni 2011
Daheim...
Nun bin ich seit knapp 4 Tagen wieder daheim, und fühle mich erstmal, als wäre ich nie weggewesen. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen so bringen werden. Meinen Blog werde ich hier nicht weiter forsetzen. Wer Fragen hat, darf sich aber gerne über die ihm bekannten Kontaktmöglichkeiten bei mir melden:) In diesem Sinne: Schön wars und bis bald - bis zum nächsten (Curry-)Trip!
7. Juni 2011
Gestolpert
würden die Umsteiger sagen. Da ich anfangs für Erholung nach Myanmar wollte und am Ende doch mehr als 5 Städte in 10 Tagen bereiste. Von der Idee tagelang am Strand zu sitzen, haben mich bereits die ersten paar Stunden in diesem wunderschönen und atemberaubenden Land abgehalten. Daher bin ich von Stadt zu Stadt gestolpert, dorthin wo mich die lokalen Busse bringen konnten. Und nun bin ich nach 14 Tagen in Myanmar noch zwei Nächte in Bangkok bevor es wieder nach Hause geht.
Myanmar: ein unglaublich schönes Land mit so viel grün und so viel Herzlichkeit. Die Atmosphäre in den Payas (Pagoden/Stupas) lässt sich kaum beschreiben. Es herrscht eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit, und das obwohl Minderheiten durch die Regierung immer noch unterdrückt werden. Interessanterweise kann man das auch jederzeit in Gesprächen mit Einheimischen aus erster Hand erfahren. Neben Geldknappheit, da es absolut keine(!!!) ATMs in Myanmar gibt, habe ich viele berreichernde Erfahrungen gemacht: Moustache Brothers für Einheimische eigentlich verboten, aber als DVD in einem Reisebus sehen dürfen.
Aung San Suu Kyi derren Geschichte für die Entwicklung der letzten Jahre sehr interessant ist, da ihre Partei: National League for Democracy sich für eine gewaltfreie Demokratisierung eingesetzt hatte. Daher würde ich Myanmar neben Indien als das abwechslungsreichste Land mit den spannensten Sehenswürdigkeiten einstufen. Vielleicht überzeugen euch die Fotos in der Gallery.
20. Mai 2011
Geschafft? Schade!
Ich hatte lange nichts geschrieben, da ich während der Klausurenphase nochmal stärker eingespannt war, als davor. Aber nun ist es geschafft:-) Gleichzeitig aber auch leider :-( - denn es war eine sehr sehr schöne Zeit, wenn auch teilweise sehr anstrengend. Ich hab selten so viel über mich erfahren, wie hier. Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar! Vorgestern hab ich meine letzte Klausur erfolgreich geschrieben und habe nun erstmal keine konkreten Aufgaben mehr hier - was auch etwas sehr schönes ist!
Nun habe ich mich auch nach vielem Hin- und Her dazu entschlossen tatsächlich nach Myanmar zu gehen. Nicht zuletzt hat mich die Einladung zweier dort wohnenden Kommilitonen überzeugt, das (nicht mehr) militärregierte Land, zu besuchen. Daher mach ich nun vor meiner Heimreise noch einen kleinen Abstecher in das Land, das anscheinend als das noch asiatischste gilt. Ich bin sehr gespannt und freue mich danach dann auf Deutschland, auf meine Familie, auf meine Freunde, auf dich den lieben Leser;-), auf Grillen und auf mir bekanntes Klima. Bis dahin hab ich mal noch ein paar neue Alben hochgeladen, viel Spass beim Stöbern:-)
20. April 2011
Besuch
Die letzten Wochen vergingen wie im Flug, und meine Wochenenden habe ich damit verbracht, neue Sportaktivitäten auszuprobiere oder meine Freunde hier bei ihren Aktivitäten zu begleiten. (siehe neue Alben)
Nächste Woche kommt nun mein Bruder zu Besuch und die Idee ist es, für ein paar Tage nach Malaysia zu gehen: Malakka, KL, Cameron Highlands und Tioman. Von allem etwas:) Ich bin gespant.
18. März 2011
Mal wieder und doch ganz anders
mal wieder war ich unterwegs...ja, mein für europäische Verhältnisse sehr exotischer Reise-life-style, mag Bewunderung und Erstaunen, vielleicht auch Neid hervorrufen und ist dennoch verglichen mit den Einheimischen von hier total normal. Verglichen mit der Mehrheit der lokalen Austauschstudenten bin ich sogar recht häufig im Vorlesungssaal ;-) Das hatte ich auch vor beizubehalten...
Die Recess-Week habe ich dann aber doch genutzt um Chrissy, der gerade in Vietnam in einem Krankenhaus arbeitet, zu besuchen. Wir hatten eine tolle Woche, die wir gemeinsam in Halong-Bay und mit dem Motorrad in Tam Dao verbracht haben, bevor ich über Ho Chi Minh City wieder nach "Hause" geflogen bin. Die aktuellen Alben zeigen ein paar wenige Eindrücke der letzten sehr schönen Tage :-)
11. März 2011
Mein Singapur
Die letzten Tage und vorallem Wochenenden habe ich mal wieder vermehrt Zeit damit verbracht mir Singapur anzuschauen. Ich war in Museen, im Kino und viel mit Singapurern untwergs.
Das erste was mich im Kino etwas gewundert hat, war neben wenig Werbung und dem chinesischen Untertitel, der die ganze Zeit mitlief, ein 6 minütiger patriotischer Marketingfilm der vor dem Film lief und mich stark an die "du-bist-Deutschland"-Kampagne erinnert hat. Bei Unterhaltungen darüber kam allerdings immer wieder raus, dass das Problem der Identifikation mit einem multi-nationalen Land tatsächlich für viele Singapurer eine Rolle spielt. Neben dem Alter des Landes, gerade einmal 50 Jahre alt, hat auch die sehr interessante Wohnpolitik der Regierung möglicherweise eine gewisse Auswirkung. Da Singapur sehr klein ist, gibt es kaum bezahlbaren Wohnplatz. Also hat die Regierung dafür ein eigenes Ministerium geschafft, das eine kontrollierte Vergabe von Wohnungen ermöglichen soll. Bei der Vergabe der Wohnungen wird sogar strengstens darauf geachtet, dass in einem Wohnblock anteilsmäßig immer genügend Vertreter der anerkannten Minder- bzw. Mehrheiten vertreten sind. Dieser Prozess hat allerdings zu Folge, dass wie in vielen der ost-asiatischen Länder junge Erwachsene bis Anfang 30 noch bei ihren Eltern wohnen und gleichzeitig die Stundenhotels Hochkonjunktur haben.
Was die offizielle Demokratie hier angeht, ein interessanter Bericht aus den Reihen des complaint-Choir : Auch die Singapurer haben einen Beschwerden-Chor auf die Beine gestellt, ihnen wurde jedoch nicht erlaubt ihren Song öffentlich vorzutragen. Dennoch hier das sehr interessante Video, bei dem ich bei vielem nur lachend zustimmen kann:-)
Übrigens auch Hamburg-Wilhelmsburg hat einen solchen Beschwerde-Chor und ein Video. Und bevor jemand denkt, ich würde mich nicht wohl fühlen hier: Ganz im Gegenteil, Leben in Singapur ist super einfach und bequem. Man kann nicht viel machen auf Dauer, aber man muss auch nicht viel befürchten. Denn es ist ja doch alles geregelt, oder besser: reglementiert :-)
So auch die Anzahl der Autos: Dank einer staatlichen Behöre werden Nummernschilder, bzw. schon der Besitz alleine, durch ein Auktionsverfahren beschränkt. Nach den letzten Geboten Anfang dieses Jahres, lag der Preis für den Besitz eines einzelnes Auto zwischen 40000S$ und 60000S$, was den Preis für einen Neuwagen in der Regel weit übertrifft.
Ein auch nicht ganz einfaches Thema für alle Einwohner Singapurs ist die Beerdigung. Da wieder einmal Singapur zu klein ist, wird es ganz einfach unbezahlbar beerdigt zu werden. In aller Regel wird der Verstorbene verbrannt und die Asche in das Ursprungsland zurückgesandt. Die Frage bleibt offen, wie man mit Leuten umgeht, die hier geboren wurde...
Und zum Schluss nun einen sehr lustigen Clip zur lokalen Sprache, der Mischung aus Englisch, Chinesisch, Malay und Tamil: Hört selbst wie Singlish klingt! :-)
1. März 2011
Student Feedback
auch hier wird man als Student dazu aufgefordert die - in diesem Fall elektronischen - Evaluationsbögen auszufüllen. Daher will ich den Moment nutzen und ein paar Zeilen zur subjektiven Qualität der hiesigen Vorlesungen schildern. Ich habe drei Kurse hier, die allesamt aus einem Vorlesungsteil und einer Übung bestehen. Generell unterscheidet sich der Stil der Vorlesungen nicht groß vom Stil, den ich auch Deutschland kenne. Es gibt Foliensätze, auch zum runterladen, die der Dozent regelmäßig vorträgt. Zu den meißten Undergraduate-Kursen gibt es zwei Termine, bei denen man sich einen aususchen kann. So bleibt man flexibel was die Belegung von Fächern anbelangt.
Was sich unterscheidet, ist das regelmäßige Erledigen von Pflichthausaufgaben, die mit bis zu zur Hälfte in die Endnote eingehen. Dann gibt es neben den fast wöchentlichen Tests noch die sogenannten Mid-Terms, das sind Halbzeitklausuren, in den der Inhalten der ersten Vorlesungshälfte abgefragt wird.
In einem meiner Kurse, wird die Bewertung noch etwas allumfassender vorgenommen: dort gibt es regelmäßige Presentationen, Hausaufsätze und eine Klausur am Ende. Aber auch die mündliche Mitarbeit und die Forenaktivität fließen mit einem Fünftel in die Endnote ein. Das ist natürlich nur deswegen möglich, weil der Kurs recht übersichtlich ist, und die dortigen Studenten alle am Ende ihres Studiums stehen, und somit wissen, worum es geht. Allerdings spürt man leider auch ab und an einen generellen Nachteil des singapurischen Bildungssystem: Zu oft wird die Bewertung an einer vorgefertigten Musterlösung ausgerichtet. Das System an sich ist in dieser Hinsicht nicht sehr Teamfördernd, da derjenige mit dem wenigstens Abstand zur Musterlösung die beste Note erhält. Das ist transparent und vielleicht auch fair, schützt gewissermaßen auch vor der hier befürchteten Korruption, dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack und das Gefühl damit Innovationen, d.h. Lösungen abseits der begangenen Wege zu finden, zu unterdrücken. Vielleicht ist das in Deutschland nicht anders, nur ist mir das so noch nicht aufgefallen.
Ein paar Punkte die sich extrem positiv aus dem lokalen System hervorheben, will ich aber noch kurz umreißen. Die Services, die die lokalen Institutionen bieten, sind denen, die ich aus Deutschland kenne, teilweise um Meilen vorraus. Es gibt hier pro Semester eine Woche lang, nur e-Learning. Das heißt, der Prof. lehrt online, meißt live. Der bisher meist genannte Grund ist die Vorbereitung auf eine Seuchengefahr, und der damit drohenden Quarantäne. Wie hoch das Risiko dafür ist, will ich nicht wissen. Weiter gibt es hier einen eigenen unieigenen Copy-Shop der sich darauf spezialisiert hat, Lehrbücher für Studenten zu kopieren und diese für einen Selbstkostenpreis zu verkaufen. Ob ich das gut finden soll oder nicht, weiß ich nicht. Praktisch ist es! Und was ich noch erwähnen muss, ist das Clicker-System für die wöchentlichen Tests. Auf die Leinwand werden Multiple-Choice Fragen projeziert und man muss dann mit dem Clicker seine Antwort dafür abgeben. Das ist nichs besonderes, aber hinterlässt einen sehr modernen Eindruck.
26. Februar 2011
ein halbes Jahr
und auch das ging verdammt schnell rum. Ich gebe zu, eigentlich ist es "erst" ein halbes Jahr. Und dennoch hab ich rückwirkend viel viel erlebt. Die ersten Monate habe ich in Indien verbracht und dort lag der Schwerpunkt eindeutig auf der kulturellen Erfahrung mit Einheimischen und in der Umgebung von vielen anderen genialen internationalen Studenten. Dann die Umzugsreise, auf der ich neben wunderschönen Ländern tolle Leute kennengelernt habe, die mich nachhaltig beeindruckt und dank intensiver Gespräche tiefe Spuren hinterlassen haben. Hier in Singapur hat sich das nochmal ein wenig geändert. Der Schwerpunkt liegt hier eindeutig auf den Kursen, die ich hier hören darf. Das mag schwer zu glauben sein, gerade wenn ich mal kurz nach Südthailand fliege um dort einen Kurzurlaub und Sinneswandel zu machen.
Das hört sich alles schon stark nach Resumee an, und zugegebenermaßen ist es das auch. Zumindest ein erstes. Mit meiner Reise habe ich noch nicht abgeschlossen, ganz im Gegenteil, aber es sind nur noch 3 Monate, die ich hier verbringen kann. Auch die Hälfte der Vorlesungszeit ist bereits vorrüber. Dass die Zeit nun noch viel schneller vergeht, wird mir erst langsam bewusst. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mich immer mehr und mehr akklimatisiert habe und in gewisser Weise eine Routine für fremde Umgebungen entwickelt habe. Naja wobei das in Hinblick auf mein Mitbringsel aus Java, das mich 7 Tage ans Bett, bzw. andere Örtlichkeiten, gefesselt hat, vielleicht nicht immer ganz zutrifft... Details erspare ich mir an dieser Stelle. Bescheidenes Essen bei einer großen internationalen Kaffeekette...
Diese Woche habe ich nun das erste Mal bewusst noch zwei andere Freizeitkurse besucht. Einen Weiqi-Kurs und einen Wushu-Kurs. Weiqi ist das chinesische Wort für ein asiatisches Brettspiel, dass Ähnlichkeiten mit Schach hat und im Japanischen GO heißt. Wushu ist ein Sport-Kurs, der sich allgemein mit chinesischer Kampfkunst beschäftigt...bzw. mir einen ordentlichen Muskelkater bereitet. Und diese Woche will ich endlich mal zum Luftgewehr-Schieß-Kurs, das klingt nun super-asiatisch. Aber wenn der Campus die Möglichkeit dazu schonmal hergibt, will ich sie auch nutzen:)
4. Februar 2011
Das erste mal auf der Südhalbkugel
oder Java ist [tatsächlich] auch eine Insel.
Über Chinesisch Neujahr habe ich das extrem verlängerte Wochenende genutzt um den hiesigen Drachentänzen, bzw. Löwentänzen zu entfliehen. Moritz und ich sind deswegen spontan nach Java geflogen um dort 3 Tage zu entspannen. Anfangs hatten wir die Idee den Gunug Pangrango nachts um 2 zu besteigen, da man 5h bis zur Spitze braucht, und ab 8h der Morgennebel aufzieht. Da wir allerdings eine Erlaubnis dafür benötigten, hatten wir damit bis zum nächsten Tag gewartet, um dann zu erfahren, dass der Berg Witterungsbedingt erst ab Ende März wieder bestiegen werden kann. Daher entschieden wir uns für einen Aufstieg bis zu den heißen Quellen, die eigentlich heiße Wasserfälle waren und wirklich extrem warm (>45°C) waren. Beim Abstieg sind wir dann in so starken Regen gekommen, dass wir direkt klitschnass an die Südküste an den Strand gefahren sind. Dort hatten wir einen weiteren schönen und sonnigen Tag und haben mit Rollern einen kleinen Abstecher in die vielen Dörfer entlang der Küste gemacht. Blöderweise hab ich mir dabei 3 mal nen platten Reifen geholt ;-) Aber dank dessen kamen wir in tollen Kontakt mit der dortigen Bevölkerung. Auch wenn es sprachlich nicht immer leicht war, war es ein tolles und interessantes Erlebnis. Moritz hat auch fleißg Fotos gemacht, daher gibt es wieder ein paar neue Bilder in der Gallery.
24. Januar 2011
Das Studieren beginnt
Die letzte Woche habe ich noch einmal die Sonne und die noch freie Zeit genossen bevor meine Vorlesungen beginnen. Auf dem Campus , der in Sichtweite nach Norden hin von einem militärischen Übungsgelände eingezäunt wird ;-) , kam ich nun auch unter und bin sehr sehr zufrieden mit der Unterkunft und der Universität selbst. Drei Foodcourts und eine Bushaltestelle direkt vor der Tür und trotzdem kann ich alle zentralen Unigebäude in max. 20min zu Fuß erreichen. Was kein Vergleich ist mit den Pendelzeiten in Stuttgart ;-) Zu den Vorlesungen und deren Qualität werde ich mich wohl in den nächsten Wochen äußern.
Beim Beantragen von Ausweisen und Formularen sind die Singapurianer im Übrigen sehr gut organisiert: kein unnötiges Warten trotz Stoßzeit, keine doppeldeutigen oder irreführenden Aussagen, stets bemühte und freundliche Mitartbeiter und extrem kurze Wege trotz dem in etwa gleich hohen Bürokratieaufkommen wie in Deutschland. Das hat natürlich auch mit der Kultur im extrem reglementieren Singapur zu tun. Das hohe Aufkommen von Regeln und Strafen hat erst in den letzten Jahren zugenommen und ist auch ein Zeichen der latenten Unselbständigkeit lokaler Bürger.
Diese und viele weitere Eindrücke konnte ich auf meiner Erkundungstour mit Jenny letzte Woche durch Singapur holen:
Singapur kann man nur unterschätzen. Allein von den Entfernungen braucht man mit den öffentlichen Transportmitteln vom Campus zum Flughafen 2h, und davon sitzt man die meiste Zeit in einem der schnellen MRT-Züge. Kulinarisch, und das ist mir immer wichtiger geworden auf dieser Reise, kann selten ein Land eine solche Fülle an verschiedenen Gerichten bieten, die dennoch geschmacklich sehr nah am Original sind.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass man in Singapur alles aus dem Süd-Ost-Asiatischen Raum bekommt. So auch Essen aus Burma/Myanmar, was zum jetzigen Zeitpunkt zu meinem persönlichen Highlight gehört: fritiertes Schweinehirn. Ich wollte es schon immer probieren und hier hab ichs dann geschafft. Jedoch musste sich meine Essenbegleitung alleine beim Geruch wirklich zusammenreißen. Respekt! ;-) Ich selber fand den Geruch alleine nicht mal so übel, aber zugegebener Maßen habe auch ich es nicht ganz aufgegessen. Geschmacklich wie auch von der Konsistenz erinnert es stark an Blutwurst, die ich eigentlich sehr mag. Aber an diesem Abend habe ich ausversehen(!) auch nur ganz krasse Sachen zum Essen ausgewählt:
Century Egg Salade ,
dry Kyay Oae Vermi: Reisnudeln mit Schweiefleisch, allerdings mit allem möglichen vom Schwein, unter anderem hatte ich Speißeröhre bei mir mit dabei, und eben fried Pig Brain.
In Singapur selber habe ich mir dann noch Pulau Ubin mit dem Fahrrad angeschaut. Das Tima Bukhit Nature Reserve bietet als eines von zwei Reservoiren auf der Welt Primärwald in Großstätden: Neben Singapur kann nur Rio de Janeiro primären Regenwald innerhalb der Stadtgrenze aufweisen. Das Singapore Art Muesum, welches auch dieses Jahr wieder die Singapore Biennale ausrichtet, hat teilweise interessante Installationen und bietet für jeden Geschmack etwas. Dabei ist uns auch aufgefallen, dass Studenten in vielen der hiesigen Museen keinen Eintritt zahlen müssen. Und zum Abschluss habe ich mir dann auf dem bekannten Vergnügungsparadies Sentosa Island einen kleinen Sonnenbrand geholt. Daher gibt es nun in meiner Gallerie drei neue Alben, die euch ein paar schöne Eindrücke von meinem Aufenthalt in Singapur vermitteln sollen.
14. Januar 2011
Singapur: Melting pot oder doch nur Multiculti?
Ich werde wohl die nächsten 4 Monate Zeit haben das herauszufinden. Ob das reicht bezweifel ich, aber einen Eindruck werde ich danach definitiv haben! Auch Gerald Giam, EC-member der Arbeiterpartei, hatte sich dazu schon mal Gedanken gemacht.
Nachdem ich mir gestern gleich die Uni angeschaut habe, und für die dortige Registrierung noch ein paar Formulare ausfüllen durfte, habe ich mir heute das erste Mal diese sehr interessanten Großstadt genauer angeschaut. Im Gegensatz zu vielen anderen mir bekannten Großstädten SO-Asiens ist Singapur ruhiger. (Oder bin ich die Hektik der Großstädte einfach nun gewohnt? Oder habe ich bereits eine gewisse asiatische Ruhe eingeatmet, die mich die ein oder anderen Dinge etwas gelassener sehen lassen?) Was den besonderen Flair und die vermeintliche Ruhe dieser Großstadt ausmacht, sind vielleicht auch die vielen Strafen die einem hier ganz schnell drohen, wenn man gegen die Richtlinien verstößt. Die bisher einprägsamste Regel: Trinken und Essen im U-Bahnbereich: 500S$ (etwa 290€)... Das Überqueren der Straße in nicht gekennzeichneten Bereichen ist anscheinend auch strengsten verboten... allerdings machts hier trotzdem jeder. Mein erster Eindruck von Singapur ist vor allem vom Mix der Kulturen geprägt. So finde ich hier alle Details wieder, die ich in den letzten Monaten im Großen gesehen habe: Auszüge aus Indien, Thailand, Kambodscha und Malaysia. Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele andere Kulturen, die sich hier zusammen finden: Philippinen, Japaner, Koreaner... Gerade beim Fahren der - im Übrigen sehr gut organisierten - MRT fällt mir auf, dass selten zwei Menschen, die zufällig neben einander sitzen, visuell den selben kulturellen Hintergrund haben.
Bisher habe ich das Gefühl, dass diese Menschen recht gut Seite an Seite leben, trotz ihrer verschiedenen Kulturen, Religionen, Sitten, Rituale und Hintergründe.
Und gerade beim Essen wird einem dennoch bewusst, wie unterschiedlich diese Kulturen sind:
Hindus essen kein Rind, die Muslime kein Schwein, viele Inder essen nur Vegetarisch, und die (ok...ich) Westler wollen am liebsten was Fettiges und ein ordentliches Stück Brot dazu ;-) Und genau dafür gibt es Mensaähnlichen Märkten, genannt Hawker center oder food centre. In diesen Zentren gibt es günstig Essen in allen Formen, und man hat die Möglichkeit respektvoll mit den Essenswünschen seines Tischnachbars umzugehen. Was ich jedoch bisher etwas vermisse ist ein Laden, in dem man "rein" singapurianische Küche serviert bekommt. Der mir bisher einzige Hinweis darauf ist, dass es teilweise Küche aus Übersee gibt, die auf lokale Art und Weise zubereitet wird. Aber auch die möglicherweise bekannten Singapur-Nudeln sind eine Erfindung von Köchen aus Hong Kong.
So werde ich auf der Suche nach Singapurianischem "Curry" meinen zweiten großen Stopp hier in Singapur beginnen!
12. Januar 2011
Angekommen :D
Finally, zum zweiten: Nachdem ich nun etwa 6 Wochen unterwegs war, bin ich heute erfolgreich in Singapur angekommen. Morgen schau ich mir mal die Uni an und am WE gehts dann auf Sightseeing-Tour.
10. Januar 2011
Kuala Lumpur oder eine weitere Großstadt...
dafür war Melaka alles andere als uninteressant. Kuala Lumpur ist eine große Stadt mit ruhigen und weniger ruhigen Ecken. Aber alles in allem gibt es dort nichts interessantes zu entdecken...möglicherweise habe ich mir aber auch nicht genug Zeit dafür genommen!? Was man jedoch nicht verachten darf, ist die enorme Auswahl an verschiedenstem Essen: Chinesisch, Malayisch, Thailändisch, Koreanisch, Indonesisch, Philippinisch, Indisch...
In der Regel findet man alle paar Straßenzüge einen großen Food-Market, in dem sich viele verschieden kleine Restaurants und "Bruzel-Buden" zusammenfinden. So kann man sich sein Essen jeden Abend aufs neue ganz kreativ zusammenstellen. Speziell in Malaysia scheint es Teil der Kultur zu sein sehr spät zu essen. So machen die meisten dieser kleinen Stände erst um 9pm auf und schließen erst spät in der Nacht, bzw. am nächsten Morgen. Noch ist das nix für mich, aber mal sehen was ich in 2-3 Monaten draus mach ;-)
Gestern habe ich dann noch einen Tagesausflug ins 150km entfernte Melaka unternommen. Diese Stadt ist durch die verschiedene Kolonialherrschaften geprägt, und bietet noch um einiges mehr als Georgetown. Und auch diesen Ausflug musste/konnte (;-)) ich nicht alleine unternehmen, da ich mal wieder im Bus dorthin einen Backpacker, diesmal aus Hong Kong getroffen habe. Morgen gehts in 5h nach Singapur...ich freu mich schon darauf, endlich nicht mehr ein- und auspacken zu muessen!
7. Januar 2011
Endspurt
Nach mehr als 3 Wochen gibt es mal wieder persönlich Neues vom Currytrip. Gestern sind Florian und Reiner nach Hause geflogen und ich bin mit dem Zug von Bangkok in 24h in die kolonialzeit geprägete Stadt Georgetown auf Pulau Pinang in Malaysia gefahren.
Die letzten drei Wochen waren wir erst in Bangkok und von dort aus in Siem Reap in Kambodscha , dem Zugang zu Angkor Wat unterwegs. Unser nächstes Ziel war dann weiter Otresbeach bei Sihanoukville an der Küste Kambodschas. Dort wollten wir ursprünglich nur 3 Nächte verbringen, woraus dann allerdings über Weihnachten, meinen Geburtstag und Neujahr dann 10 Nächte geworden sind. Der Strand und die Umgebung mit vielen kleinen Inseln dort ist einfach traumhaft schön und in keiner Weise von Touristen überfüllt. Zumal wir auf Grund der netter Bekanntschaften dort viele schöne und lustige Abende hatten! Die Bilder sprechen für sich:-)
Endspurt: In der richtigen Zeitzone (MEZ+7) bin ich schon angekommen, nun will ich übermorgen Kuala Lumpur erreichen und am 12.1. dann Singapur um in 10 Tagen mein Zimmer auf dem Campus zu beziehen.
16. Dezember 2010
Bangkok - here i am
Nach drei Monaten Indien und nach einer letzten richtig schönen Reise durch das Hinterland im Süden Indiens, habe ich nun gestern dieses Land mit Flugrichtung Bangkok verlassen. Und ich muss sagen: ich bin mehr als begeistert. Ein ordentliches Zimmer, ein sauberes Bad, eine funktionierende Waschmaschine und endlich keine schimmelnde Bettwäsche mehr. Man ist doch sehr verwöhnt...;-) Nun verbringen wir erstmal die ersten paar Tage in Bangkok und genießen die Ruhe einer organisierten Großstadt.
Eigentlich sollte ich noch ein Resumée ziehen, bevor ich Indien auch Geistig verlasse. Da in der Kürze die Würze liegt, zitiere ich einfach mal einen sich vordrängelnden Inder, der mir auf einem Bahnsteig beim Anstehen um Chips zu kaufen folgenden Satz zugeworfen hat:
"If you behave civilised, you will miss the train!"
Mit einem Grinsen: Dieser Satz beschreibt das Land aus meiner Erfahrung in wenigen Worten doch recht gut. Aber bevor ich falsch verstanden werde, das Land hat - trotz der auf den ersten Blick für Außenstehende sehr anstrengenden Kultur - ein außerordentliches Reichtum an vielen verschiedenen Facetten. Und besonders im wenig touristisch belagerten Hinterland stößt man auf eine Gastfreundlichkeit, die möglicherweise nur von wenigen Kulturen übertroffen wird. Vor allem regt das Land zum Nachdenken über die eigene Kultur und deren Vision an. Aber (keine Sorge) bisher habe ich keine bewegenden Gründe gefunden, meinen doch recht stark westlich orientierten Lebenstil für Indien aufzugeben und freue mich seit meinem Aufenthalt in Indien immer wieder mehr auf meine Heimat.
Dennoch waren die letzen die 4 Monate einfach nur genial. Die Leute von IAESTE haben für einen angenehmen Aufenthalt gesorgt und das Praktikum, das mir tatsächlich einen tiefen Einblick in das Thema des Ontologie-Mappings gegeben hat, mit einem kulturellen Rahmen abgerundet. Dafür möchte ich an dieser Stelle allen Mitarbeitern von IAESTE (India) und dem MIT ein großes Dankeschön aussprechen! :-)
6. Dezember 2010
time to leave - Tapetenwechsel
Nach mehr als 3 Monaten Indien, habe ich vorgestern Manipal verlassen und bin nun mit Florian und Reiner noch für 10 Tage im Süden unterwegs. Florian bloggt "live" auf: www.florian-rausch.de/indien
29. November 2010
incredible India
der neuste Werbefilm für Indien zeigt eine unglaubliche Fülle an Details über die indische Kultur. Interessanterweise habe ich das meiste davon tatsächlich erlebt, und dennoch bleibt das Gefühl, hier gibt es noch vieeeel mehr!
26. November 2010
3 Vegetationszonen in 14 Tagen
Ich war nun mehr als 2 Wochen auf Tour, die meiste Zeit in Zügen, und hab von der Wüste, über Nadelwälder im Norden Indiens, bis hin zu gemäßigtem Klima in Agra und zurück in Manipal in Dschungelartiger Umgebung, einiges erlebt. Die einprägenste Erfahrung war jedoch der öffentliche Bus von Delhi nach Agra: Die mehrere Zentimter hohe Dreckschicht auf dem Boden, war möglicherweise gar nicht das störende, auch nicht die unbequemen Sitze, bei denen wir Europäer keinen Platz für die Knie hatten, weil der Sitzabstand zum Vordermann zu gering war, auch nicht die kalte Zugluft an den Fenstern, aber möglicherweise war es unter anderem die Uhrzeit: nachts um 1. Um wenigstens das TajMahal und Agra für 3h gesehen zu haben, haben wir eine Tour von jeweils 5h auf uns genommen, um später dann unseren Flieger auch noch zu verpassen...und ich kann noch nichtmal sagen, dass es das Wert war ;-)
Dafür machen die Erfahrungen an den anderen wunderschönen Orten das alles wieder locker wett: Kamelreiten in der Wüste von Jaisalmer, einen wunderschönen Aufenthalt in der malerischen Stadt Udaipur, Das Wagha-Border-Festival, das Hoffnung macht im Grenzkonflikt zwischen Pakistan und Indien; dann ein unglaublicher ruhiger Ort in Mitten eines hektischen Indiens: der goldene Tempel in Amritsar, und schließlich weiter im Norden der Anblick einzelner Himalayaspitzen in Himachal Pradesh's stark britisch geprägter Hauptstadt Shimla.
Die verschiedenen Orte habe ich in Alben zusammengefasst. Ich wünsche euch schon mal viel Spass beim durchstöbern.
31. Oktober 2010
Alltag
Heute ist Sonntag. Heute hab ich das Gefühl, dass ich Zeit dafür haben könnte, ein wenig aus meinem "Alltag" zu erzaehlen. Denn eigentlich gibt es keinen Alltag. Ich mach eigentlich keine 3 Tage nach einander das selbe. Letzte Woche hab ich 2 Tage nach einander an meinem Projekt gearbeitet ohne Ablenkung. Dabei kam ich doch ein wenig voran. Ablenkungen bestehen meist aus:
mal kein Internet, mal kein Strom, mal kommt jemand zu Besuch vorbei, mal muss ich ausschlafen, mal die Bude vom Abend vorher aufräumen, mal meine Klamotten waschen, mal an nem Paper für Deutschland schreiben, mal einkaufen (gestern für ca. 25€: 2 Hosen und 5 T-Shirts in der gleichen Qualität wie in D. ;-) ) und ein anderes mal Gedanken darüber machen wie ich nächste Woche die 1600km von Udupi nach Udaipur überbrücken will: mit welchen Zügen oder doch lieber im Bus, wann los und wo wann wie umsteigen...ja das wär mal ein interessantes SW-Projekt: Denn es gibt leider keine Seite, die einem sagt, wie man am optimalsten von A nach B kommt, wenn es keine direkte Zugverbindung zwischen den beiden Orten gibt.
Aber auch mein Projekt ist interessant: Ich beschäftige mich zusammen mit meiner Supervisorin: Mrs. Shenoy damit, wie sich Ontologien auf eine möglichst einfache aber dennoch effiziente Art und Weise miteinander vergleichen (mappen/Alignment) lassen. Herauskommen wird ein kleines Programm, dass man mit zwei Ontologieen füttern kann, um nach erfolgreichem Vergleich hoffentlich eine Antwort auf die Frage zu bekommen:
"Welches Klasse der einen Ontologie entspricht welcher Klasse in der zweiten Ontologie? "
Die Lösung spielt auf das Problem an, dass es seit der Entstehung von elektronischen Datenbanken keine einheitliche Namensgebung für bestimmte Objekte wie den Vornamen oder ähnliches gab. Mal wurde als Bezeichner Name, mal Vorname verwendet. Dieser Umstand macht es nahezu unmöglich eine Abfrage an mehrere unabhängige Datenbanken zu senden.
Soweit als Einblick für diejenigen, die sich bisher gefragt haben, ob ich hier eigentlich auch was "sinnvolles" mache :-P Für die anderen gibt es in der Gallery einen kleinen Einblick in meine langsam wirklich gemütliche Wohnung, den Foodcourt und meine Arbeitsstätte. Florian hat ein echt praktisches Handy mit dem er auch den Weg von uns bis zur Uni getrackt hat: zu finden hier.
am besten auf "Luftbild" klicken. Am unteren rechten Eck, ist der Foodcourt, wo morgens um 9 immer gefrüchstückt wird. Und am Ende der Strecke befindet sich die Bibliothek, in der man ungestört arbeiten kann: den besten W-Lan empfang hat.
Soweit, ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in meinen "Alltag" geben und werde mich nun weiter an die Planung für unseren Norden-Trip machen: Udaipur, Jaisalmer, Amritsar, Agra...los gehts am Mittwoch abend. mehr in etwa 14 Tagen nach meiner Rückkehr. :-)
21. Oktober 2010
Wir haben Nachwuchs
Die Geckos in unserer Wohnung haben Nachwuchs bekommen und nun haben wir überall viele kleine neue Geckos. Noch sind wir dabei Ihnen Namen zu geben..
meldet euch per Mail, wenn einer euren Namen tragen soll.
15. Oktober 2010
Goa by bike
So, nachdem wir 10 Tagen Pause hier in Manipal hatte, wurde uns wohl etwas zuuu langweilig. Denn Michael und ich kamen auf die Idee während seines letzten Wochenendes hier mit dem Motorbike ne größere Tour zu machen. Aus dem Plan wurde schnell mit viel Träumerei und dem Enthusiasmus von Arne eine 2000km-Tour entlang der Küste bis nach Sri-Lanka. Bei einer geplanten realistischen Reisegeschwindigkeit (die sich nachher als zu hoch herausgestellt hatte) von 40km/h, und bei 6h reiner Fahrzeit pro Tag, wären wir mehr als 8 Tage unterwegs..das war dann doch zu viel fürs Erste.
Also beschlossen wir uns nähere Ziele auszusuchen: Coork (mein Favorit), das süd-indische Schottland oder Goa (Florians Favorit), um dort auf Freunde zu treffen, die mit dem Zug dort übers Wochenende hin wollten. Florian hat auch auf seiner Seite ausführlich beschrieben wie schwierig es war vernünftige Bikes zu bekommen ;-)
Aus mehreren Gründen („in Goa kann man Schwein und Rind essen“) haben wir uns dann für Goa entschieden und neben vielen Schlaglöchern, Maximalgeschwindigkeiten von 105km/h, Kühen auf der Straßen, Schlafen am Strand, waschen im Meer, traumhaften kleinen Buchten und tollen Stränden, das erste Mal Zunge essen, über 700km "Highway", viele viele viele tolle Eindrücke, die ich so schnell nicht vergessen werden, erlebt. Die komplette Tour gibt’s in der Gallery, leider nur in Bildern und Text, ohne meine lebhafte Begeisterung, die mich bereits jetzt wieder motiviert sowas noch mal zu machen :-)
Nun sind wir aber froh wieder gesund und munter in Manipal zu sein um unsere Erkältung auszukurieren. Das heißt die nächsten 10 Tage wird erst mal wieder nur gearbeitet…und mal schauen was dann kommt...
29. September 2010
Es wird heißer...
aber nicht nur des Wetters wegen.
Der Monsun hat nachgelassen und wir werden hier nun jeden Tag reichlich mit Sonne versorgt, was den Nachteil hat, dass es auch Nachts in den Räumen selten unter 28°C hat. Zusätzlich zum Wetter hat sich die politische Lage speziell in Karnataka (dem Bundesstaat in dem ich arbeite) etwas angespannt. Da das Ganze jedoch etwas zu komplex ist, um es in einem Blog zu umreißen und ich auch immer nur wieder neue Fragen stellen kann, nur folgende Notizen:
Das Ganze nennt sich Ayodhya-Streit und es geht dabei um eine Auseinandersetzung zwischen Moslems und Hindus. Erst 2002 gab es wieder eine heftige Auseinandersetzung zwischen Hindus und Moslems mit etwa 1000 Toten. Seit Jahren hält dieser Streit nun an und letzten Freitag haette diesbezüglich ein Schlichtungs-Urteil des Bundesgerichtshof gefällt werden sollen. Auch wenn versucht wird dabei, einen Ausgleich zu finden, wird es möglicherweise einen Verlierer und einen Gewinner geben und im schlimmsten Falle: zwei gereizte Verlierer. Da die Regierung in Karnataka von der Opposition der Bundesregieurng regiert wird, ließ diese daraufhin aus Angst vor gewaltätigen Auseinandersetzungen für zwei Tage alle Schulen, Universitäten, viele Läden und öffentliche Einrichtungen schließen, sowie MMS und Mobile-Inet-Services runterfahren, was jedoch zu umso mehr Gerüchten geführt hat. Und ebenso unseren Trip nach Chennai in Tamil Nadur letzten Donnerstag stand für mehrere Stunden auf der Kippe, weil nicht klar war, welche Auswirkungen diese Situation auf die Sicherheit von Touristen hat.
Wir hatten uns dann dennoch beschlossen den Trip zu machen, da wenn es zu Auseinandersetzungen kommt, man in Tamil Nadur, welches nicht von der Opposition regiert wird, möglicherweise ohnehin sicherer ist. Wenn sich der ein oder andere nun fragt, wie der Zusammenhang zwischen der Reaktion der Oppositionsregierung, dem Verdict und dem seit langem anhaltenden Konflikt zwischen Muslimen und Hindus herzustellen ist, muss ich auf die hießigen Inder verweisen, bei denen leider jeder eine kleine andere Information zu dem Geflecht hinzufügt. Falls die deutsche, bzw. internationale Presse dazu genauerers weis, dürft ihr mich gerne per Mail be(nach)richtigen ich werde die Informationen dann hier hinzufügen.

Nun noch kurz zum Trip: Es war wirklich toll und super entspannend. Chennai ist nicht sehenswert, aber Pondicherry und Mamallapuram sind tolle Urlaubsorte. Nahe Pondicherry liegt auch das "utopisches Wohn-, Lebens- und Bewusstseinsexperiment" Auroville, in dem ca. 2000 Einwohner aus 38 Nationen friedlich zusammenleben. Dank 2 Tagen Aufenthalt in Mamallapuram, hatte sich ein Urlausbfeeling eingestellst, dass ich am liebsten etwas länger behalten hätte. Kurz war der Gedanke da, länger zu bleiben ;-) Neben tollen Gesprächen mit Niederländerinnen, einem Koreaner, indischen Zugpassagieren und Deutschen über Glauben, Menschenrechte und kulturelle Unterschiede in Leben, Lieben und Essen diverserer Länder, einem genialen Sonnenaufgängen an der Ostküste (den ich verschlafen habe ;-) ) und viel touristischer Sehenswürdigkeiten hatten wir eine tolle Zeit dort.
btw: ich bin nun schon 5 Wochen in Indien und werde dieses Wochenende endlich mal in Manipal verbringen.

Nachtrag: Auf Grund des Urteils, das heute (30.9.) gefällt werden soll, haben die Studenten hier 3 Tage frei.
Kommentar: in Stuttgart (21) scheint es den Bildern und Meldungen nach auch nicht gerade abzukühlen.
21. September 2010
Powertrip ohne Boom-Shakalaka*
Nachdem das Abenteuer Indien letzte Woche zwei neue Hochpunkte hatte, von denen es auch Bilder in der Gallery gibt, und weiter, nicht ich, sondern mein Laptop sich nen Schnupfen geholt hat, und ich nun mit Windows 7 online bin, habe ich am Wochenende den Zug zu meinem zweiten Zuhause erklärt: Am Samstag Nachmittag gings nach Mysore, wo wir um 4Uhr morgens ankamen, um die Stadt für 20h zu erkunden. Und abends um 11 gings dann wieder in 10Stunden im Schlafwagen "nach Hause". Noch kurz zu den zwei Hochpunkten letzte Woche:
1. Ich hab mir am Freitag für 24h für ca. 8€ ne Honda Bajaj Pulsar DTSi mit 150cc ausgeliehen und ne Menge Spaß damit hier in und um Manipal gehabt :-)
2. Bevor ich das Teil ausgeliehen hab, wollte ich ganz normal das Haus verlassen, doch mein Nachbar, der im Eingang stand hielt mich auf mit: "No, you can't leave the house now!!" Den Grund hab ich dann selber gesehen: eine Schlange, geschätzte 1,10m lang und halb so dick wie ein Unterarm, bewegte sich durch den Vorgarten. Laut Aussagen des Nachbars aber ungiftig.
Doch die Schlangen-Story hat sich vorgestern fortgesetzt: 500m entfernt von unserer Wohnung sind wir einer Kobra (identifiziert durch hiesige Inder) über den Weg gelaufen. Darauf hin entstehen momentan die wildesten Geschichten, auch auf Grund solcher Wikipedia-Artikel.
Diejenigen die sich langsam fragen, wie mein "Alltag" aussieht, und was ich hier denn arbeite, können sich auf in 20 Tagen freuen... da denke ich, komm ich mal dazu, meinen Alltag zu dokumentieren: Mensa-Essen von Blechtabletten, inklusive Kampf ums Essen wie am Wühltisch, mein Arbeitsplatz und meine Aufgaben.
In der Gallery gibt es nun auch ein neues Album: Short Stories, in dem ich ab und an, das ein oder andere kommentierte Bilder hochladen werde, um Momente zu dokumentieren, die mich hier beeindruckt haben.

*empfohlener Coffeeshop eines Riksha/Fahrers in Mysore
13. September 2010
Dort, wo der Pfeffer wächst...
Nun bin ich zurück aus Cochin, das im Süden Indiens, in Kerala, liegt. Mal wieder ein 3-Tages Trip bei dem man die Hälfte der Zeit mit Schlafen auf Reise verbringt. Ein bisschen stell ich mir die Zugfahrten wie die InterRail-Reisen der Generation meiner Eltern in den späten 70igern vor. Um das zu erleben, musste ich nun eben erst mal 10000km weit fliegen... und ich gehe mal schwer davon aus, dass die Bilder etwas anders sind ;-) Die Züge sind sogar recht angenehm, da sie um einiges ruhiger fahren als Busse, die jedes Schlagloch umfahren müssen, oder dies dann eben auch nicht tun.
Cochin selber ist ein kleiner Touristenort, der Zugang zu den Backwaters bietet, die wir einen halben Tag lang mit dem Boot erkundet haben.

In der Gallery gibt es daher Aufnahmen von wunderschönen Palmenpanoramen, Gewürzständen, Kathakali , Essen auf Bananenblättern und viel Touristen-Kitsch ;-)
08. September 2010
Die ersten 14 Tage
So, nun bin ich hier schon seit zwei Wochen und habe direkt am zweiten Wochenende einen Bus-Trip ins 600km entfernte Hampi und zu einem der größten Wasserfälle Indiens gemacht. Dabei waren Studenten, die hier auch über IAESTE sind oder wie die niederländischen Mädels, die hier im örtlichen Krankenhaus ihr Medizin-Praktikum absolvieren, oder wie Arne, ein junger Deutscher aus Bremen, der hier für ein halbes Jahr 'ganz normal' studiert. In der Gallery gibts natürlich auch n paar neue Fotosb dazu.
Meine Arbeitswoche geht nun auch bereits in die zweite Runde und mittlerweile habe ich schon etwas Routine im Umgang mit indischen Behörden. Bürokratietechnisch steht Indien dem deutschen Papierkrieg in Nichts nach. Muss von den Briten kommen, wird vermutet.
Das doofe ist nur, dass sich die Spielregeln während des Spiels ändern: Nachdem ich, 4 mal 8 Seiten vorbereitet hatte um mich auf der lokalen Polizeistation registrieren zu können, hieß es dann auf einmal von höherer Stelle: "Nein mit ihrem Visum ist das nicht nötig..." Und das gleiche Spielchen hatte ich mit dem Wunsch nach einem Fahrrad: "ja, gerne, alles kein Problem..." Und nachdem ich einen handgeschriebenen Brief von offizieller Seite gegenzeichnen lassen musste, dachte ich wär alles geschafft:
Bis jetzt warte ich noch auf mein Fahrrad ;-)
Morgen gehts erst mal mit dem Zug über das verlängerte Wochenende nach Kerala mit hoffentlich viel Sonne, nachdem ich hier noch mit dem Regen kämpfen muss: Meine tolle Idee meine gewaschene Wäsche auf dem Dach zu trocknen, ging so stark nach hinten los, dass ich sie über Nacht dort hängen lassen musste, weil es einfach nicht aufhören wollte zu regnen.
26. August 2010
Finally I made it.
Nach einer 24h Reisen, die verglichen mit den Berichten meiner Kollegen hier vor Ort, sehr sehr gut verlief:
ohne Verzögerung und ohne x-maligen Flugumbuchungen während der Reise, gehts mir nun recht gut. Die ersten Mahlzeiten habe ich auch gut überlebt, bin jedoch immer noch dabei mich einzugewöhnen. Der gewissen "Kultur-Schock" war natürlich auch vorhanden, jedoch weniger in Bezug zur Kultur, sodern eher in Bezug zur Unterkunft ;-) Selbst die Fotos sagen in diesem Fall nicht sooo viel. Zumal ich die Bilder mit dem extremen Schimmel an der Wand weggelassen habe ;-) Aber mit den netten und sehr hilfsbereiten Mitbewohnern, von denen 5 allein Deutsche sind, ist es kein Problem, den Tag zu überstehen.





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